Kürzlich hat das Statistische Bundesamt neue Zahlen vorgelegt. Thema: Hochschulstandort Deutschland.
Die Zahl der Studienanfänger hat weiter zugenommen. Der Zuwachs beträgt 27.000 auf nun 423.400 Studierende. Der weitere Zuwachs trotz der Studiengebühren ist laut Statistischem Bundesamt auf den Anstieg der jungen Menschen, welche die Hochschulreife erreichen, zurückzuführen. Dies sind derzeit 45 % eines Abschlussjahrgangs.
2008 benötigte ein Durchschnittsabsolvent rund 9,6 Fachsemester. Ein Jahr zuvor lag die Durchschnittsstudiendauer noch bei 10,6 Semestern. Gründe für die Verkürzung der Studiendauer sieht das Statistische Bundesamt im Bologna-Prozess und die damit verbundene Einführung von Bachelor und Master.
Die Studierenden in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften sind die zahlreichsten und gleichzeitig auch die erfolglosesten. Rund 40 % der Studienanfänger erreichen keinen Abschluss. Die besten Abschlüsse werden in den Bereichen Sport, Medizin, Tiermedizin und Kunst/Kulturwissenschaften erreicht. Hier ist die Anzahl steigend.
Die Quote der Frauen unter den Studierenden liegt bei circa 50 %. Unter den Professoren stieg der Anteil von 11% im Jahr 2007 auf 17 % im Jahr 2008. Unter den Promotionen lag der Anteil der Frauen bei immerhin 42 %. Weiterhin ist der Anteil bei Frauen in höheren Qualifikationsbereichen nicht ausgeglichen.
Wenn der Trend weiter geht, dauert ein Durchschnittsstudium bald fünf Semester und die Studierenden können nach ihrem Abschluss erst mal in ein Sanatorium gehen, um sich zu erholen – dem Druck der Studienfinanzierung und der Regelstudienzeit-Verherrlichung sei Dank.



