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Stipendienprogramm NRW


Wie soll dieses „Anreizsystem“ funktionieren? Die Gestaltung dieses Konzeptes ist in etwa dieselbe wie das bei der Drittmittel-Werbung der einzelnen Hochschulen. Das Stipendium wird sich auf 300€ monatlich belaufen. Hierbei werden 150€ als staatlicher Zuschuss ausgezahlt, wenn die Hochschule die anderen 150€ durch private Investoren einwirbt. Diese Almosen werden für einen begabten, aber mittellosen Studenten jedoch bei weitem nicht reichen, sein Studium ohne Nebentätigkeit abschließen zu können. Somit schießt dieses System weit am Ziel eines wirklichen Stipendiums vorbei und ist so mehr schlecht als recht.

Nicht zu unterschätzen wäre auch der massive Einfluss der Privatwirtschaft auf unsere Hochschulen. Durch die Finanzierung von Drittmitteln, können zukünftige Investoren weitgehend vorschreiben in welche Studienrichtung die Stipendien fließen.

Entscheidet also am Ende nicht nur meine Leistung ob ich ein Stipendium erhalte, sondern ob ich auch das Glück habe die richtige Studienrichtung gewählt zu haben?

Genau diese Fragen müssen Studierende sich in Zukunft stellen, wenn sie feststellen dass förderungswürdige Studenten übergangen werden, nur weil sie dem falschen Fachbereich angehören!

Unser Wissenschaftsminister nennt sein entwickeltes System einen „Quantensprung“. Er behält in der Tat Recht damit, doch geht dieser Sprung in die falsche Richtung!

Zurzeit werden etwa 2% der Studierenden in Nordrhein-Westfalen durch ein Stipendium unterstützt. Sollten Pinkwarts Erwartungen erfüllt werden, so werden bis 2013 ca. 5% aller Studierenden eine Unterstützung erhalten. Um so lächerlicher wirken so damalige Ziele, in denen unser lieber Wissenschaftsminister noch davon sprach, dass zukünftig 10% aller Studenten in Nordrhein-Westfalen von einem Stipendium profitieren könnten. Diese Ziele musste Andreas Pinkwart nach der letzten Sitzung der Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern jedoch zurückschrauben.

Wir können wohl davon ausgehen, dass hier wieder ein Politiker versucht mit einem absurden System seine Haut zu retten, damit niemand zugeben muss, falschen Zielen gefolgt zu sein. Was wir brauchen ist kein Stipendiensystem, das vollkommen am Bedarf vorbei schießt, sondern eine komplett neue Förderstrategie, die es Talenten schon ab den ersten Schuljahren ermöglicht, gefördert zu werden!


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