Nach den Sozialerhebungen des Deutschen Studentenwerkes benötigt ein Durchschnittsstudierender zur Deckung seiner Lebenshaltungskosten 740 Euro pro Monat. Der durchschnittliche Anteil der Miete beträgt daran 266 Euro. Die restlichen 474 Euro werden von den Aufwendungen für Ernährung, Kleidung, Fahrkosten, Lernmittel, Krankenversicherung, sowie die Gebühren für Telefon, Internet, Rundfunk und Fernsehen verbraucht. Die Studiengebühren sind nicht enthalten in dieser Auflistung.
63% der Studierenden jobben während des Semesters, um sich dieses überhaupt leisten zu können, oder die Eltern finanziell zu entlasten. 62% jobben in den Semesterferien und 33 % durchgehend. Abgesehen von der Möglichkeit, neben dem Studium zu arbeiten, gibt es das allseits bekannte BAföG oder ein BAföG-Darlehen. Wenn das nicht reicht oder möglich ist, bieten Stipendien eine lukrative Alternative, da man hier das erhaltene Geld nicht zurückzahlen muss.
Ein Stipendium bietet nicht nur einen geldwerten Vorteil, auch ist der Erhalt eines Stipendiums bereits ein Prädikat und für die weitere Karriere nicht von Nachteil. Als Stipendiat kann man außerdem von den vielen Kontakten zu Wirtschaft und Netzwerken profitieren. Doch an einen Platz für ein Stipendium zu kommen, ist nicht leicht. Bei einigen Stiftungen kann man sich direkt bewerben, bei anderen, zum Beispiel der Studienstiftung des deutschen Volkes muss man vorgeschlagen werden. Als Bewerber sollte/muss man mit den Idealen der Stiftung übereinstimmen. Kirchliche Stiftungen setzen meist eine entsprechende Konfession voraus, parteinahe eine entsprechende politische Ausrichtung. Die kritische Auseinandersetzung wird bei nahezu allen Stiftungen als positiv angesehen. Neben der Ausrichtung zählen aber vor allem auch die charakterlichen und sozialen Eigenschaften, die ein Bewerber mit sich bringt. Stiftungen suchen engagierte helle Köpfe, die etwas in der Welt bewegen möchten und nicht nur im Strom mit fließen wollen.
Aber auch bei Stipendien ist ein akademisches Elternhaus von Vorteil. So kommen bei den Studierenden, welche durch eine Stiftung gefördert werden, 79% der Kandidaten aus einem akademischen Elternhaus. Im Gesamtdurchschnitt aller Studierender sind dies „nur“ 51%.
Dem entgegen steht der eingetragene Verein Absolventa, welcher ein Projekt der Jobbörse Absolventa GmbH ist. Dabei kann sich jeder auf der Webseite www.absolventa.de/stipendium bewerben und die Bewerbung wird dann auf der Homepage veröffentlicht. Dann können alle Studierende und Absolventen über die Bewerbung abstimmen und demokratisch entscheiden, wer ein Stipendium erhält.
Wer ein klassisches Stipendium vorzieht, kann sich unter www.stipendiumplus.de über die „großen 11“ Stiftungen in Deutschland informieren. Aber auch unsere Hochschule, die FH Aachen, vergibt Stipendien in Höhe von 300 Euro monatlich. Weitere Informationen erhältst du unter www.fh-aachen.de/fh-stipendien-html.
Neben diesen Inlandsstipendien gibt es auch Stiftungen, welche Stipendien für das Ausland vergeben. Viele Stiftungen, welche normale Stipendien vergeben, fördern auch im Ausland. Eine der bekanntesten Förderstellen ist der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD; www.daad.de). Auch die Fulbright Kommission, der Rotary-Club, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Hanielstiftung zählen dazu.
Solltest du die Bewerbung um ein Stipendium planen, so konntest du in diesem Artikel ein paar Anregungen für Anlaufstellen finden. Schwebt dir schon eine spezielle Stiftung vor, findest du auf der entsprechenden Internetseite alle wichtigen Informationen. Auch kann es hilfreich sein, dich mit Kommilitonen zu unterhalten, welche bereits ein Stipendium inne haben, denn so kannst du ein genaueres Bild von den Erwartungen der Stiftungen und dem Ablauf des Auswahlverfahrens erhalten.


