Die Anschubfinanzierung in Höhe von 15 Millionen Euro wird an T-Systems gezahlt, welche die seit rund vier Jahren chaotischen Studienplatzvergabe durch ein geordnetes System ablösen soll. Bis jetzt werden die Hochschulen ständig zu einer „Überbuchung“ gezwungen, da die Studienanfänger sich zeitgleich für zwei favorisierte Fächer an bis zu zehn Hochschulen parallel bewerben können und nicht selten an mehreren Hochschulen eine Zusage erhalten. Einschreiben können sie sich aber nur an einer Hochschule für den gewünschten Studiengang und somit „verfallen“ Zusagen, welche Hochschulen zu eben erwähnter „Überbuchung“ zwingen.
Dies hat zur Folge, dass noch nach Beginn des Semesters Zusagen verschickt werden und an manchen Hochschulen ein unerwartet starker Studiengang entsteht oder nicht so viele Studierende, wie es Plätze gibt, zur Einschreibung im Studierendensekretariat erscheinen. Als Beispiel kann man die BWL-Erstsemester im Sommersemester 2009 anführen. Die FH hat stark überbucht und die beginnenden Studierenden konnten kaum in den Hörsälen untergebracht werden. Ein negativer Folgeeffekt der derzeitigen ZVS-Vergabemethoden. Allein letzten Herbst waren einer Erhebung der Kultusminister nach noch 18.000 Studienplätze in Numerus-clausus-Fächern unbesetzt.
Das angekündigte neue Softwaresystem wurde Anfang 2009 beschlossen und für 2010 in Aussicht gestellt. Kommen soll es nun 2011. Die ZVS soll dabei in eine Stiftung umgewandelt werden und das System gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) betreiben. Den Hochschulen ist die Teilnahme an diesem System freigestellt. Der Unterhalt und der Weiterbetrieb des neuartigen Softwaresystems sind noch nicht sichergestellt.
Das System soll ein aufwendiges Nachrückverfahren hinfällig machen und die Hochschulverwaltungen deutlich entlasten – allerdings erst ab dem WS 2011/12.



