Die Bologna-Reform ist ein mittlerweile leidiges Thema geworden. Es geht weder richtig vorwärts, noch wird die Reform je wieder rückgängig gemacht werden können. Immerhin haben mittlerweile 47 Staaten die Reform umgesetzt.
Die drei Akteure der Reform sind die Bildungspolitik, die Hochschulrektoren und schließlich die Studierenden. Bei der Bildungspolitik ist das haushohe Leck im Bologna-Dampfer noch nicht richtig angekommen. Die Hochschulrektoren stehen mitten im Geschehen und sehen zu verbessernde Punkte – haben jedoch kein oder zu wenig Geld, um diese Korrekturen durchzuführen. Wir Studierende haben durch zahlreiche Streiks und Aktionen bewiesen, dass wir die derzeitigen Zustände im Bildungssystem nicht länger hinnehmen werden. Erste Früchte sind bereits geerntet, doch nach wie vor führen ausgefeilte Studienkonzepte ohne eine vernünftige Finanzierung nicht zu besseren Studienbedingungen.
Verschiedene Universitäten führen derzeit den Diplom-Ingenieur neben dem Masterabschluss wieder ein. Doch die Wiedereinführung eines alten Titels zum neuen Abschluss ist irreführend. Zudem wertet ein Diplomtitel neben dem Master den Bachelortitel weiter ab. Sinniger wäre es, die Bologna-Reform als eingetretene Wendung zu akzeptieren und den Prozess der Optimierung weiterzuführen. Dies zeigt sich jedoch nur als machbar durch eine bessere Finanzierung.
So resultieren der katastrophale Betreuungsschlüssel an Massen-Unis und die zu schlecht ausgestatteten Bibliotheken aus der Unterfinanzierung. Die Konzepte zur Korrektur des Bologna-Kurses sind ausgearbeitet – alles was fehlt sind die entsprechenden nötigen finanziellen Mittel zur Umsetzung.



