Seit dem Auftakt am Montagmorgen wird der Innenhof des Gebäudes an der Goethestraße von Studierenden zu Vorlesungszeiten von bis zu 80 Studierenden auf diversen Sitzmöbeln weiter besetzt. Der Fachschaftsrat Maschinenbau und Mechatronik hatte diese Aktion initiiert, um den Verantwortlichen die Verärgerung der Studierendenschaft zu übermitteln.
Bei der Umgestaltung des Innenhofs, die vor gut zwei Jahren begonnen wurde, sind bestehende Bänke abmontiert worden. Nach der Fertigstellung fiel der Studierendenschaft auf, dass für die Bänke keine Alternativen eingeplant wurden. Die Verwunderung über dieses Vorgehen ist groß: In Anbetracht der Kosten für den neuen Innenhof wären Sitzgelegenheiten für marginale Mehrkosten zu haben gewesen und hätten gleichzeitig durch den gesteigerten Komfort für mehr Akzeptanz unter Studierenden und Mitarbeitern gesorgt. Vor allem vor dem Hintergrund eines fehlenden Campus, beklagen die Studierenden das Fehlen der Bänke. Eine Umfrage im Fachbereich hat zwischenzeitlich ergeben, dass sich weit über 90% der Studierenden die Sitzgelegenheiten im Innenhof zurückwünschen.
Der Forderung der Studierenden hatte sich der Hausbeauftragte schon im letzten Jahr angenommen und der Verwaltung ein Konzept für über 3000€ vorgelegt. Dieses Konzept wurde dort verworfen
und ein Designbüro beauftragt, welches über 10000€ einplante. Der Plan, diese Summe aus Studiengebühren bereit zu stellen, scheiterte im Sinne der Studierendenschaft am Widerstand des Fachbereichs. „Ich war immer der Auffassung, dass Studiengebühren zur Verbesserung der Lehre verwendet werden sollten. In diesem Fall ist weder eine Verbesserung zu erkennen, weil der Bestand nur wieder hergestellt werden soll, noch haben die Sitzgelegenheiten irgendetwas mit der Lehre zu tun.“, fasst Stefan Zentis, Vorsitzender des Fachschaftsrats zusammen und mahnt einen verantwortungsvollen Umgang mit den Geldern der Studierenden an: „Es kann nicht im Interesse der Verwaltung liegen, die Studiengebühren durch solche Pläne weiter in Verruf zu bringen.“.
Aus Selbstbewirtschaftungsmitteln hat die Fachschaft mittlerweile 20 Klappstühle für 120 € besorgt, um dem aktuellen Sitzplatznotstand abzuhelfen. Damit will der Fachschaftsrat auch wieder Bewegung in diese Angelegenheit bringen, denn mit dem aktuellem Status scheint man sich andernorts abgefunden zu haben. „Es wäre schön, wenn die Verantwortlichen ihre Position nochmal überdenken und sich den Interessen der Studierenden annehmen.“, hofft Ferdinand Gröll, der Referent für Öffentlichkeitsarbeit des Fachschaftsrats. Bis dahin bleibt der Hof weiter besetzt.
Autor: Ferdinand Gröll



